… gemeint ist nicht die VegaVita Extra Classic von Rewe.
Sondern eine Frau, die vor mir stand – sichtlich verlegen.
Nicht die halbstündige Anreise war ihr unangenehm.
Sondern, dass sie Hilfe brauchte. Für etwas, das scheinbar „jeder kann“: Online etwas nachsehen.
Und sie ist kein Einzelfall.
Täglich sind Menschen auf externe Hilfe angewiesen – nicht, weil sie „zu wenig können“, sondern weil unsere Systeme voraussetzen, dass alle alles verstehen. Dass man alles alleine schafft.
Die Realität?
Die meisten kommen sich vor wie eine Extrawurst.
📍 Wenn sie (wieder mal) die Nachbarn fragen müssen, ob sie das Schreiben von der Hausverwaltung verstehen.
📍 Wenn sie fünf Leute nerven müssen, um jemand zu finden, der mit ihnen das Formular durchgeht.
📍 Wenn sie zum x-ten Mal die Freundin bitten müssen, auf die Kinder aufzupassen – damit sie kurz zum Infoabend können.
Das ist nicht die Ausnahme – sondern unbequemer Alltag für sehr viele:
Für den Supermarkt-Kassierer ohne Laptop daheim.
Für die Abiturientin, die zum ersten Mal Behördenpost bekommt.
Für den Papa unter Schlafentzug.
Für Menschen mit wenig Zeit oder Geduld (z.B. mich 🙈).
Und und und.
Uns das ist nicht nur ressourcenaufwändig. Das ist den Menschen total unangenehm.
Und viele verzichten dann darauf, wichtige Infos zu verstehen und am öffentlichen Leben teilzuhaben – nur um keine Extrawurst zu sein.
Wollen wir das?
Sie wollte keine Extrawurst sein…

Über die Autorin
Lisa Vlasak ist Kommunikations-Beraterin, Trainerin und Keynote-Speakerin. Sie zeigt Unternehmen, Behörden und NGOs im DACH-Raum, wie sie komplexe Themen niederschwellig kommunizieren und städtische Beteiligungsprozesse zugänglich machen.
Lisa Vlasak ist Gründerin und Inhaberin des Büros für Niederschwelligkeit.
