„Vielen Dank für Ihre Idee. Nach eingehender technischer Prüfung bedauern wir, Ihnen mitteilen zu müssen, dass eine Umsetzung aufgrund fehlender Machbarkeit nicht möglich ist.“
Macht direkt Lust, nochmal teilzunehmen, nicht?
Aufrufe von Stadtverwaltungen an Bewohner*innen, Ideen einzureichen, sehe ich immer öfter:
Ideen zum Stadtteil.
Ideen zum Klimaschutz.
Ideen für ein besseres Miteinander.
Auf Beteiligungsplattformen.
In Postwurfsendungen.
Gepusht von Presse, stolzen Beamt*innen und dem Bürgermeister höchstpersönlich.
Hauptsache die Leute schicken.
Das Resultat?
Menschen setzen sich hin und überlegen. Sie nehmen sich Zeit. Sie machen Fotos, zeichnen Skizzen und beschreiben sie. Sie verwenden ihre wenigen freien Stunden, um das zu tun. Sie erstellen einen Account, um ihre Idee einzureichen. In der hoffnungsvollen Erwartung, dass ihr Vorschlag umgesetzt wird (denn wozu sonst der Aufruf?).
Nach wochenlangem Warten: Absage. Meistens ohne verständliche Begründung.
Denn bei so vielen Ideen schaffen es Verwaltungen nicht, jede einzeln und sorgfältig zu beantworten. Zu viele Abteilungen sind involviert, um Jutta vom PR-Team genügend Informationen für eine Begründung zu liefern. Noch dazu in einer für Laien verständlichen Sprache?! Puh…
Das ist eine der besten Methoden, Menschen davon abzuhalten, jemals wieder etwas für ihren Stadtteil zu tun. Sich nochmal zu trauen, einen Vorschlag zu machen. Sich die Zeit zu nehmen, um zu überlegen. Chance verpasst.
Die Hürden sind gesetzt.
Aber schön, dass im Beserlpark ein Solardach gebaut wird.
Verdrossenheit auf 3, 2, 1!

Über die Autorin
Lisa Vlasak ist Kommunikations-Beraterin, Trainerin und Keynote-Speakerin. Sie zeigt Unternehmen, Behörden und NGOs im DACH-Raum, wie sie komplexe Themen niederschwellig kommunizieren und städtische Beteiligungsprozesse zugänglich machen.
Lisa Vlasak ist Gründerin und Inhaberin des Büros für Niederschwelligkeit.
